Flipcharts - LowTech lebt

Die folgenden Hinweise sind das Ergebnis vieler Präsentationen von vielen Leuten. Websites, Blogs, Bücher und eigene Erfahrungen wurden für diese Zusammenstellung verarbeitet. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung hat der Einsatz von Flipcharts durchaus noch seine Berechtigung. Gerade in Zeiten von Powerpoint-Koma bringt der gekonnte Einsatz von Flipcharts mehr Persönlichkeit und Interaktivität. Ihre Zuhörer können zusehen und verstehen, wie Gedanken entwickelt werden und das Ergänzen und Kommentieren ist mit Flipcharts deutlich einfacher.


Die wichtigste Hilfe für eine erfolgreiche Präsentation ist aber Ihre eigene Erfahrung. Präsentieren Sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit und versuchen Sie alles, was Sie interessant finden. Bewerten Sie dann, ob diese Technik oder diese Vorgehensweise für Sie sinnvoll ist oder nicht. Holen Sie sich konstruktive und ehrliche Kritik. Aber vor allem: seien Sie mit Begeisterung bei der Sache und stellen Sie nicht sich, sondern Ihr Publikum in den Mittelpunkt. Eine leidenschaftliche und mitreißende Präsentation verträgt auch Stromausfälle und kommt ohne weitere Hilfsmittel aus.

Vorbereitung

Der Einsatz von Flipcharts macht nur bis zu einer gewissen Gruppengröße Sinn. Das Publikum sollte aus nicht mehr als 15 bis 25 Leuten bestehen. Falls Sie planen, einzelne Charts aufzuhängen, überprüfen Sie vorher, welche Möglichkeiten dafür bestehen. Nicht in allen Räumen ist es gestattet, die Blätter mit Kreppband einfach an der Wand zu befestigen. Erleichtern Sie sich das Aufhängen einzelner Charts dadurch, dass Sie vorbereitete Streifen Klebeband für die Präsentation mitbringen. Kleben Sie diese an die Ecken des Blattes, bevor Sie dieses abreißen. Dies erleichtert das Aufhängen erheblich.

Stellen Sie ein zweites Flipchart an die Rückseite des Raumes (hinter das Publikum). Schreiben Sie die wichtigsten Kernpunkte auf ein Blatt. Alternativ können Sie auch Punkte notieren, von denen Sie wissen, dass Sie beim Vortrag Probleme haben. Keinem fällt in einem Meetingraum ein herumstehendes Flipchart auf; aber Sie haben einen prima Spickzettel.

Auswahl der Stifte

Es gibt Flipchart-Marker in den verschiedensten Ausführungen. Einige sind auch als Whiteboard-Stifte verwendbar und trocken wieder abwischbar. Diese besitzen nicht die hohe Deckkraft und die kräftigen Farben der wasserbasierten Stifte. Allerdings schlagen manche dieser Whiteboard-Stifte auf dem Flipchart-Papier nicht so durch. Es gibt auch spezielle, „durchschlagfreie“ Stifte für den Einsatz mit Flipcharts. Nehmen Sie Sie immer einen kompletten Satz Ersatzstifte mit!

Als Minimalausstattung sollten Sie für Präsentationen im europäischen Raum die Farben Schwarz, Dunkelblau, Rot, Grün, ein dunkleres Orange sowie Violett besitzen. Falls Sie Stifte mit abgeschrägter Schreibspitze kaufen, können Sie sehr einfach eine fettere Schrift produzieren, ohne ein Wort mehrfach schreiben zu müssen.

Flipcharts vorbereiten

Falls möglich, bereiten Sie komplexere Grafiken oder Flipcharts mit mehr Text vor. Damit muss Ihr Publikum nicht darauf warten, dass Sie zu Ende geschrieben haben. Sie können diese Blätter auch zuhause vorbereiten und dann an der passenden Stelle auf eine leere Seite im Stapel kleben. Benutzen Sie dazu dünnes, doppelseitiges Klebeband.

Lassen Sie die Entwürfe der vorbereiteten Charts möglichst von jemandem ansehen, der mit dem Publikum Ihrer Präsentation vertraut ist. So erkennen Sie frühzeitig, ob Ihr Entwurf noch geändert werden muss. Falls Sie einzelne Blätter immer wieder verwenden wollen, achten Sie darauf, die verwendeten Farben auf Ihre Text- und Grafikfarben abzustimmen.

Heben Sie sich gut gelungene Blätter als Entwurf in einem Skizzenbuch auf. Achten Sie darauf, dass die Bindung des Buches ein flaches Aufschlagen ermöglicht. Wenn Sie diese Skizzen oder Schablonen während der Präsentation unauffällig vor sich liegen haben, sieht auch ein komplexes Blatt sehr gekonnt und spontan aus. Verwenden Sie Ihr Skizzenbuch als Katalog bei Besprechungen mit einem Kunden. So müssen Sie gute Ideen für Flipcharts nicht immer wieder neu zeichnen.

Aufbau des Blätterstapels

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Präsentation eine Titelseite besitzt. Damit kann der Blätterstapel bis zum Beginn der Präsentation abgedeckt bleiben. Notieren Sie darauf beispielsweise Ihren Namen und Ihre Mailadresse oder den Titel der Präsentation.
Lassen Sie nach jeder Seite eine Seite frei. Auf diese Weise können Sie zusätzliche Informationen unterbringen, ohne erst lange nach einer leeren Seite suchen zu müssen. Außerdem scheint die Information der folgenden Seite dann nicht so leicht durch.

Füllen Sie beim Schreiben nur die oberen zwei Drittel der Seite. Damit bleibt für notwendige Ergänzungen genügend Raum und das Blatt wirkt nicht überfüllt.

Markieren Sie wichtige Seiten oder „Meilensteine“ Ihrer Präsentation vorher mit Etiketten an den Seiten des Flipchart-Blocks. Damit müssen Sie nicht lange nach einem bestimmten Blatt suchen.

Fügen Sie am Ende der Präsentation ein abschließendes Blatt mit einer Zusammenfassung ein. So können Sie ohne langes Schreiben eine gute Zusammenfassung Ihrer Präsentation liefern.

Flipcharts schreiben & zeichnen

Falls Sie die Flipcharts erst während Ihrer Präsentation zeichnen wollen, können Sie Umrisse oder Linierungen vorher mit einem Bleistift leicht vorzeichnen. Das Publikum wird die Bleistiftlinien aus der Entfernung nicht erkennen, aber Sie. Ebenso können Sie Listen am Rand des Flipcharts mit Bleistift vorschreiben, um wichtige Punkte nicht zu vergessen.

Es gibt Flipchartpapier mit einer linierten oder karierten Struktur oder einem sehr hellgrauen Aufdruck. Auch damit lassen sich Aufteilungen leichter vornehmen und das Publikum wird durch diese Hilfslinien nicht gestört.

Benutzen Sie für Ergänzungen während der Präsentation eine andere Farbe als der geplante Inhalt des Blattes. So können Sie und Ihr Publikum Ergänzungen leichter erkennen. Auch für die Nachbereitung ist leichter, Änderungen an Ihrer Präsentation einzuarbeiten.

Schreiben Sie lesbar, mit gut unterscheidbaren Buchstaben. Benutzen Sie Groß- und Kleinschreibung. Texte nur in Großbuchstaben sind schwerer zu lesen als gemischter Text. Schreiben Sie nach Möglichkeit nicht mehr als sechs Zeilen pro Blatt. Schreiben Sie keine Zeile mit mehr als fünf oder sechs Wörtern, falls möglich. Erkundigen Sie sich vorher, wie weit entfernt as Publikum maximal sitzt und passen Sie die Schriftgröße entsprechend an.

Sprechen Sie nicht mit dem Rücken zum Publikum! Schreiben Sie auf das Flipchart, dann positionieren Sie sich so, dass Sie niemand die Sicht verdecken und erläutern das Blatt.

Benutzung von Farben

Verwenden Sie für Texte eine dunkle Farbe. Dunkelblau oder Schwarz sind die Klassiker. Schreiben Sie Kommentare, Hervorhebungen oder Ergänzungen auf einem Blatt in einer zweiten Farbe. Hellere Farben sollten nur für Grafiken oder Diagramme verwendet werden. Achten Sie auf die psychologische Wirkung bestimmter Farben.

Denken Sie daran, dass im Publikum Personen mit einer Rot/Grün-Schwäche sitzen können. Falls Sie also zwei Aspekte auf einem Blatt voneinander unterscheiden wollen, verwenden Sie nach Möglichkeit nicht Rot und Grün dafür.

Reservieren Sie eine Farbe (meist Rot) durchgängig für die wirklich wichtigen Schlüsselwörter oder Bereiche.

Nachbereitung

Gehen Sie nach der Präsentation Ihren Flipchart-Block durch und machen Sie sich Notizen, welche Kommentare und Ergänzungen Sie bei einzelnen Blättern gemacht haben. Damit haben Sie auch eine Ausgangsbasis für eine Zusammenfassung oder ein nachträgliches Hand-out für die Teilnehmer Ihrer Präsentation.

Lesen Sie die Feedbackbögen der Präsentation (Sie haben doch Feedbackbögen ausgeteilt, nicht wahr?) möglichst kurzfristig nach der Präsentation. Dann haben Sie den verlauf der Präsentation noch im Kopf und können wertvolle Anregungen besser verarbeiten. Falls Sie keine Möglichkeit haben, schriftliches Feedback zu erhalten, geben Sie den Zuhörern Ihre eMail-Adresse. Fordern Sie die Teilnehmer auf, Ihnen eine Nachricht zu senden, wie Sie den Vortrag aufgenommen haben.

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