Peripherie-Konservatismus

Ich bin auch ein ‘Switcher’. Seit 9 Monaten arbeite ich im Homeoffice für Präsentationen und Bücher den Großteil der Zeit auf dem Mac. Gut, ich hätte damals, 1982/83 gleich auf dem Apple ][ bleiben können, aber hinterher ist man immer schlauer. :-)
Nur an eines habe ich mich in den ganzen neun Monaten nicht gewöhnen können - die Tastatur des iMac. Ich gebe zu, ich bin verwöhnt, was Tastaturen angeht. Wenn man allerdings ca. acht bis zehn Stunden pro Tag vor einer solchen sitzt, sollte das auch etwas besseres sein. So stylish die Tastatur von Apple auch ist, für meine Hände ist der Tastenabstand definitiv zu klein. Es gibt zwar sogar eine Tastatur für den Videoschnitt mit entsprechend farbig markierten Tasten, aber keine “Entwickler” bzw. “Autoren”-Tastatur. Nun sind diese ergonomisch geformten Tastaturen nicht jedermanns Sache, sobald man allerdings daran gewöhnt ist, möchte man nichts anderes mehr in der Hand haben. Das Ende vom Lied: auf meinem Schreibtisch feiert die EDV-Welt in umgekehrter Weise Versöhnung: vor dem iMac liegt die Tastatur einer Firma aus Redmond, die eigentlich für ihre Software bekannt ist.
Nachdem weder Apple noch einer der Zubehör-Lieferanten es bis jetzt geschafft haben, eine ergonomisch geformte Tastatur oder eine mit einem größeren Tastenabstand herauszubringen (hat noch jemand einer dieser göttlichen alten IBM-Keyboards mit dem ‘Klick’ ?), liegt jetzt dieses schwarze “aufgeblähte Bügelbrett” (Zitat Kollege) vor dem Mac. Eleganz hin oder her, im Zweifel gegen RSI :-)
Immerhin, die Softwareunterstützung ist ok, Tastenbelegungen klappen, nur die spitzen Klammern sitzen (noch) woanders. Viel problematischer ist der dauernde Wechsel zwischen dem PC-Layout und dem Mac-Layout. Dies zeigt sich bei so unbedeutenden Tasten wie dem “@” (AltGr+Q gegenüber Alt+L). An Option-Rechts statt Ende habe ich mich schon wieder gewöhnt, da geht die Umschaltung schon unbewusst. Vielleicht hilft es auch, dass eines unserer Autos ein Automatikgetriebe hat und das andere nicht. Da klappst es auch, das motorische Programm beim Einsteigen umzuschalten. Schlimm wird es erst, wenn ich irgendwann wieder vor einem Schweizer Keyboard sitze. Das ist gerade soviel von der deutschen Belegung verschieden, dass man erst an sich und dann verzweifelt …
Ich frage mich nur, warum jeder Hersteller den Unsinn mitmacht, Tastaturen in Schwarz auszuliefern. Soll das cool aussehen? Wird auf diese Weise der jährliche Berg an Winterreifen entsorgt? Bekommt man in Bayern aus politischen Gründen keine andere Tastaturfarbe oder ist das wieder nur ein Effekt der “Berufskreativen” im Produktmarketing?
Früher gab’s das Natural Keyboard doch auch in ‘Dreckweiss’ (sprich hellbeige).
Immerhin, meine persönliche Tippfehlerrate ist deutlich gesunken, seit sich die Finger auf beiden Plattformen wieder unbewusst an die Lage der meisten Tasten erinnern dürfen und das war ja das Ziel der ganzen Aktion.

Kommentarfunktion ist deaktiviert